Samstag, 28. März 2009

wie geht´s weiter und was war das mit den "niedlichen" Geschöpfen?

Heute hatte ich mir einen super schönen Strandtag in Manly gegönnt. Sehr idyllisch und teilweise meint man sich in Monaco zu befinden-gut, vielleicht ein wenig übertrieben aber mit dem blauen Wasser, dem vielen Grün und den Häusern an den Berghängen, den vielen Yachten in den Buchten und Seglern kommt es dem ein wenig nahe ;-) Zurück bin ich mit der Fähre, ohne Hast und Eile und einem wunderschönen Blick auf die Skyline von Sydney. Ja, und die niedlichen Geschöpfe lauern eigentlich überall...daher betrete ich quasi auch jeden Raum hier im Haus mit einem Blick in jede Ecke oder wenn ich hier durch den Garten muss, Hand/Arm vor´s Gesicht. Ja, ich weiß, ich bin da echt ein kleiner Schisser aber dieser Tipp kam von Andrea, da ihr schon mal so ein Spinnengeschöpf im Gesicht hängengeblieben ist. Beim Barbeque rannten auf einmal fette Kakerlaken auf dem Balkon rum oder hier direkt auf der Straße, als wir abends aus dem Bus gestiegen sind. Eine kleine Echse saß hier den einen Morgen fast neben mir auf der Türschwelle und die Spinnen hängen hier en masse in den Bäumen und haben riesige Netze gesponnen, wobei diese Exemplare hier noch "klein&niedlich" sind...brrrr.

Was steht so die kommenden Tage eigentlich an?
Derzeit sieht es so aus, dass Hendrik, Paul und ich ein Wohnmobil ähnliches Fahrzeug von Sydney nach Melbourne "relocaten" werden, d.h. der Wagen wird dort unten zur Vermietung gebraucht und wir überführen den für wenig Geld. In der Zeit hat man die Möglichkeit auf dem Weg dorthin entspannt das Land bzw. die Küste zu erkunden. Aber das ist eine recht spontane Aktion, d.h. wir gehen da am Montag mit Sack und Pack hin, können Glück haben und einen Wagen bekommen oder aber alle sind vermietet und wir müssen an einen anderen Tag noch mal wieder kommen. Wie wir zurück kommen steht dadurch dann auch ein wenig in den Sternen, ob Flug, andere Mitfahrgelegenheit oder Mietwagen buchen aber genau das ist ja das Spannende ;-)
Falls das nicht klappen sollte werde ich mich direkt nächste Woche mit einer anderen Bekannten aus Münster treffen, Kristin, die ich bisher nur flüchtig kannte. Sie hat ihre Ausbildung in Münster bei Wyeth gemacht und macht für die Firma jetzt hier noch ein Praktikum. Sie wird auch bei unserem Melbourne Trip über Ostern dabei sein, worüber wir eher zufällig gestolpert sind. Wird die reine Mädelsveranstaltung :D
Ansonsten werde ich sicherlich auch die Dienste von den Jungs als Rundführer nutzen dürfen oder aber mich mit Sandra auf einen Kaffee treffen (sie habe ich in DE über dieses Businessportal kennengelernt und sie ist schon seit 5 Monaten hier aber muss demnächst wohl auch wieder zurück). Also es gibt schon bißchen was an Beschäftigung hier für mich :D
Werde aber auch mit meinen organisatorischen Sachen weiter machen, so ganz ohne geht´s ja dann doch nicht. Bewerbungsunterlagen zusammen stellen, bißchen Jobrecherche und auf die Möglichkeiten von Vorstellungsgesprächen hoffen...wenn die nicht wollen ist ja da noch der Strand :D

Na jedenfalls haben wir heute Tag 3 meines Aufenthalts in Australien und noch keine wirkliche Änderung in der bewußten Wahrnehmung, welcher Film hier eigentlich gerade abläuft ;-)

Mensch, dauert dat lange...

Der Flug ging etwas umständlich ab Berlin über London, Singapore bis Sydney,in Summe ca. 25 Stunden. In London bin ich am Terminal 5 angekommen, es hat ca. 15 Minuten gedauert, eh die uns mit dem Bus zum Terminal 4 gekarrt haben, das sind Distanzen-unvorstellbar. Aber es muss am wohl bekanntesten Terminal der Welt alles glatt gegangen sein, immerhin konnte ich meinen "kleinen" Rucksack unbeschadet in Sydney vom Gepäckband nehmen, ähm bzw. hieven ;-)
Der längste Flug bis Singapore, ca. 11.000 km in 11-12 Stunden, wurde mit mehreren frei wählbaren Filmen, Musik und genau, ESSEN gut überbrückt ;-) Da kam alle Nase lang ein freundlicher Mensch vorbei und brachte alles was das Herz begehrt (Fisch, Obst, Eis, heiße Schokolade mit Marshmellows...ein TRAUM :D).
Was ich spannend fand war die Tatsache über Orte wie Kabul, Bahrain, Phuket, Himmalaya und Tibet zu fliegen oder sich den Sonnenaufgang über Kuala Lumpur ansehen zu können.
Als ich dann endlich in Singapore ankam, wurde ich direkt mit dem schönsten Wetter, Palmen aber dichtem Smog begrüßt. Ansonsten macht die Stadt einen schönen und gepflegten Eindruck, soweit ich das vom Landeanflug her beurteilen konnte. Allzu lange dauerte der Zwischenstopp nicht und es ging freudiger bzw. auch etwas ungewisser Erwartung weiter. Jippieehhh....dachte ich, laut Kartenausschnitt müssten ca. 2/3 der Strecke geschafft sein.
Nee, Pustekuchen-die Ernüchterung folgte in der Luft, als die neue Entfernung angezeigt wurde: noch mal ca. 7-8 Stunden, so ungefähr 8.000 km...*uff* aber dieser Ausblick über Australien tröstete ein wenig darüber hinweg:
Einen Tag später bin ich dann abends in Sydney gelandet...ole ole..naja, oder auch nicht. Gewitter, direkt über´n Flughafen, Wartezeit ca. 20 Minuten. Andrea hat mich abgeholt und das erste was ich vom tollen australischen Wetter mitbekomme: Regen und ein Regenschirm war der letzte Gegenstand auf meiner Packliste.
Der nächste Schock: Linksverkehr. Nachdem ich mich in London im Bus gerade noch in letzter Sekunde zurück halten konnte, nicht d
en Busfahrer anzuschreien, er möge doch bitte die Augen auf machen und die richtige Straßenseite benutzen, ließ ich mich dann doch auf diesen Umstand ein und trainiere seitdem fleißig meine beiden Gehirnhälften...puh, Gott sei Dank haben die Australier an jeder Ampel einen "look right" oder "look left" Schriftzug, für die lernunwilligen deutschen Besucher, auf den Boden gepinselt. Haha, was eine Vorstellung, der Kontinent mit den giftigsten und gefährlichsten Tieren bereitet mir wegen seiner Straßen-und Verkehrsführung gerade ein wenig mehr Sorgen ;-) Zu den "niedlichen kleinen" Geschöpfen komme ich später.
Bin froh als erste Unterbringung kein Hostel haben zu müssen. Das wäre wohl der mega Schock gewesen und total ungemütlich. Gerade die ersten Tage überkommt einen schnell die Müdigkeit durch Jetlag und in meinem Fall fällt der Stress und die Anspannung der letzten Wochen und Monate auch von mir ab. Ich habe in dem Haus, in dem Andrea mit zwei weiteren netten australischen Mädels wohnt, das Wohnzimmer auf einer großen Matratze bezogen. Ansonsten ist alles vorhanden inkl. einer Dachterasse..hier bleibe ich :D
Jedenfalls bin ich ziemlich kaputt und überhaupt nicht wissend, auf was ich mich eigentlich eingelassen habe, geschweige denn es überhaupt richtig zu realisieren, eingeschlafen...und geweckt wurde ich von einem Konzert der verschiedensten Töne um mich herum...ich dachte kurzzeitig im Zoo zu sein. Keine Ahnung was dort alles vor den Fenstern im Garten und in den Bäumen sitzt aber es klang lustig..und nach Sommer. Am nächsten Tag hatte ich mich dann mit Andrea zum Mittag (SUSHI-leckaa) in der Stadt im Hyde Park getroffen. Super Sonnenschein, die ersten Erledigungen, wie Telefonkarte auffüllen, Busticket, Früchte und Wasser kaufen waren erledigt. Bin danach noch ein wenig in der Stadt rum gelaufen und habe mir die Harbour Bridge und die Oper angesehen. Mein Eindruck von Sydney: eine sehr schöne und grüne Stadt. Hügelig, viel Wasser und sonnig. Sie erinnert mich an zwei andere schöne Städte, Vancouver und San Francisco. Die Menschen sind hilfsbereit, freundlich und ziemlich gutaussehend. Ob männlich oder weiblich, schöne Menschen überall, die perfekt gestylt, trotzdem natürlich sind. Könnte mich stundenlang in die Stadt setzen und den Leuten zu schauen. Hier rennt jeder so rum wie er will, könnte auch im Kartoffelsack auf die Strasse gehen und es würde keinen stören. Die Menschen sind von total crazy, hippie, bis hin zu tot schick gekleidet.
Wie dem auch sei, abends waren wir dann zu einem bayerischen Barbeque eingeladen. Ja, genau-ein bunter Mix von ca. 5 Deutschen und 6 Australiern, die zusammen Nürnberger Bratwürstchen und Kartoffelsalat gefuttert haben :) Am Freitag habe ich dann mal eine Erkundungstour zum Supermarkt gemacht und schwupps, der Kühlschrank war wieder aufgefüllt ;-) Im Anschluss bin ich mit Hendrik (er ist der Bruder von dem Freund meiner ehemaligen Mitbewohnerin Tina aus Münster, die dann allle zusammen in die Schweiz gegangen sind) und seinem australischen Kumpel Paul bißchen in der Stadt auf Sightseeing Tour gegangen u.a. Opera, Botanischer Garten und Darling Harbour. War dann aber mega kaputt
, meine Füße taten höllisch weh und ich wollte irgendwie nur noch nach "Hause". Soviel zu einer guten und komfortablen Unterkunft.
Heute am Samstag habe ich versucht auszuschlafen, da Andrea einen kleinen Segelausflug hatte, konnte ich nämlich ihr Zimmer "beziehen". Aber daraus wurde irgendwie nichts, da ich mit dem Plan, mal für ein Jahr auszusteigen, Urlaub, langes Ausschlafen und in den Tag hineinleben, nicht die Rechnung mit einer der Mitbewohnerinnen
gemacht habe, die eine konsequente Frühaufsteherin ist und dazu ein kleiner hektischer Wirbelwind-gerade in der Küche, die direkt nebenan ist. Nun gut, irgendwann war der Tag einfach zu schön, um ihn im Bett zu vergeuden. Also raus auf die Dachterasse und frühstücken: die langersehnte Verschmelzung eines Blueberry-Bagels und mir wurde hoch feierlich mit Frischkäse und einer Schale Müsli mit leckeren Früchten der Saison vollzogen ;-) schnell die Badesachen gepackt und ab zum Bus Richtung Manly, Beach.

expecting a great new chapter in life..but first say good bye germany..oder auch nicht?

Sooo, die Koffer sind noch überhaupt nicht gepackt und die Wohnung ist auch noch nicht zwischenvermietet, eigentlich hatte ich Ende Februar 2009 nur das Ticket nach Australien und meinen riesen Rucksack in der "Hand" und die Gewissheit, Ende März arbeitslos zu sein.. ^^

Letzten Endes verflogen die letzten Wochen bis zum Abflugtermin super schnell- Anspannung und Arbeitstress pur. Meine Wohnung konnte ich erfolgreich für die ersten 5 Monate an einen sehr sympathischen Schweizer zwischenvermieten und auch die Wohnung und das Packen nahmen gute Züge an: vielen Dank noch einmal an die vielen lieben Helfer. Überhaupt waren Anteilnahme und Unterstützung überragend-vielen Dank für die vielen lieben Emails.
Naja, dann hieß es aber noch drei Wochen Abschied feiern-nicht die schlechteste Sache ;-) - bis es dann am 24.03. gegen sieben Uhr am Check-In Schalter am Berliner Flughafen hieß: Tut mir leid aber Ihre Passnummer stimmt nicht mit der Visanummer überein. es erfolgt kein Check-In. Die Emotionen überschlugen sich plötzlich von totaler Müdigkeit hin zu: na super, zurück ins alte Leben, ohne Job usw.-das war´s dann wohl, denn das würde mir blühen, da das ausgestellte Visa mit der Passnummer verbunden ist und das System die Einreise nicht gewähren kann, sollte die Nummer fehlerhaft sein.
Dank der überaus hilfsbereiten Dame vom Check-In Schalter konnte ich nach einem klärenden Anruf bei der Regierung, es war ein Buchstabe falsch eingetragen, dann doch glücklich in den Flieger steigen.
Nervenkitzel am Morgen...super, das Abendteuer kann beginnen? Wir standen bereits direkt mitten drin! ;-)