Der Flug ging etwas umständlich ab Berlin über London, Singapore bis Sydney,in Summe ca. 25 Stunden. In London bin ich am Terminal 5 angekommen, es hat ca. 15 Minuten gedauert, eh die uns mit dem Bus zum Terminal 4 gekarrt haben, das sind Distanzen-unvorstellbar. Aber es muss am wohl bekanntesten Terminal der Welt alles glatt gegangen sein, immerhin konnte ich
meinen "kleinen" Rucksack unbeschadet in Sydney vom Gepäckband nehmen, ähm bzw. hieven ;-)Der längste Flug bis Singapore, ca. 11.000 km in 11-12 Stunden, wurde mit mehreren frei wählbaren Filmen, Musik und genau, ESSEN gut überbrückt ;-) Da kam alle Nase lang ein freundlicher Mensch vorbei und brachte alles was das Herz begehrt (Fisch, Obst, Eis, heiße Schokolade mit Marshmellows...ein TRAUM :D).
Was ich spannend fand war die Tatsache über Orte wie Kabul, Bahrain, Phuket, Himmalaya und Tibet zu fliegen oder sich den Sonnenaufgang über Kuala Lumpur ansehen zu können.
Als ich dann endlich in Singapore ankam, wurde ich direkt mit dem schönsten Wetter, Palmen aber dichtem Smog begrüßt. Ansonsten macht die Stadt einen schönen und gepflegten Eindruck, soweit ich das vom Landeanflug her beurteilen konnte. Allzu lange dauerte der Zwischenstopp nicht und es ging freudiger bzw. auch etwas ungewisser Erwartung weiter. Jippieehhh....dachte ich, laut Kartenausschnitt müssten ca. 2/3 der Strecke geschafft sein. 
Nee, Pustekuchen-die Ernüchterung folgte in der Luft, als die neue Entfernung angezeigt wurde: noch mal ca. 7-8 Stunden, so ungefähr 8.000 km...*uff* aber dieser Ausblick über Australien tröstete ein wenig darüber hinweg:
Einen Tag später bin ich dann abends in Sydney gelandet...ole ole..naja, oder auch nicht. Gewitter, direkt über´n Flughafen, Wartezeit ca. 20 Minuten. Andrea hat mich abgeholt und das erste was ich vom tollen australischen Wetter mitbekomme: Regen und ein Regenschirm war der letzte Gegenstand auf meiner Packliste.
Der nächste Schock: Linksverkehr. Nachdem ich mich in London im Bus gerade noch in letzter Sekunde zurück halten konnte, nicht den Busfahrer anzuschreien, er möge doch bitte die Augen auf machen und die richtige Straßenseite benutzen, ließ ich mich dann doch auf diesen Umstand ein und trainiere seitdem fleißig meine beiden Gehirnhälften...puh, Gott sei Dank haben die Australier an jeder Ampel einen "look right" oder "look left" Schriftzug, für die lernunwilligen deutschen Besucher, auf den Boden gepinselt. Haha, was eine Vorstellung, der Kontinent mit den giftigsten und gefährlichsten Tieren bereitet mir wegen seiner Straßen-und Verkehrsführung gerade ein wenig mehr Sorgen ;-) Zu den "niedlichen kleinen" Geschöpfen komme ich später.Bin froh als erste Unterbringung kein Hostel haben zu müssen. Das wäre wohl der mega Schock gewesen und total ungemütlich. Gerade die ersten Tage überkommt einen schnell die Müdigkeit durch Jetlag und in meinem Fall fällt der Stress und die Anspannung der letzten Wochen und Monate auch von mir ab. Ich habe in dem Haus, in dem Andrea mit zwei weiteren netten australischen Mädels wohnt, das Wohnzimmer auf einer großen Matratze bezogen. Ansonsten ist alles vorhanden inkl. einer Dachterasse..hier bleibe ich :DJedenfalls bin ich ziemlich kaputt und überhaupt nicht wissend, auf was ich mich eigentlich eingelassen habe, geschweige denn es überhaupt richtig zu realisieren, eingeschlafen...und geweckt wurde ich von einem Konzert der verschiedensten Töne um mich herum...ich dachte kurzzeitig im Zoo zu sein. Keine Ahnung was dort alles vor den Fenstern im Garten und in den Bäumen sitzt aber es klang lustig..und nach Sommer. Am nächsten Tag hatte ich mich dann mit Andrea zum Mittag (SUSHI-leckaa) in der Stadt im Hyde Park getroffen. Super Sonnenschein, die ersten Erledigungen, wie Telefonkarte auffüllen, Busticket, Früchte und Wasser kaufen waren erledigt. Bin danach noch ein wenig in der Stadt rum gelaufen und habe mir die Harbour Bridge und die Oper anges
ehen. Mein Eindruck von Sydney: eine sehr schöne und grüne Stadt. Hügelig, viel Wasser und sonnig. Sie erinnert mich an zwei andere schöne Städte, Vancouver und San Francisco. Die Menschen sind hilfsbereit, freundlich und ziemlich gutaussehend. Ob männlich oder weiblich, schöne Menschen überall, die perfekt gestylt, trotzdem natürlich sind. Könnte mich stundenlang in die Stadt setzen und den Leuten zu schauen. Hier rennt jeder so rum wie er will, könnte auch im Kartoffelsack auf die Strasse gehen und es würde keinen stören. Die Menschen sind von total
crazy, hippie, bis hin zu tot schick gekleidet.
Wie dem auch sei, abends waren wir dann zu einem bayerischen Barbeque eingeladen. Ja, genau-ein bunter Mix von ca. 5 Deutschen und 6 Australiern, die zusammen Nürnberger Bratwürstchen und Kartoffelsalat gefuttert haben :) Am Freitag habe ich dann mal eine Erkundungstour zum Supermarkt gemacht und schwupps, der Kühlschrank war wieder aufgefüllt ;-) Im Anschluss bin ich mit Hendrik (er ist der Bruder von dem Freund meiner ehemaligen Mitbewohnerin Tina aus Münster, die dann allle zusammen in die Schweiz gegangen sind) und seinem australischen Kumpel Paul bißchen in der Stadt auf Sightseeing Tour gegangen u.a. Opera, Botanischer Garten und Darling Harbour. War dann aber mega kaputt
, meine Füße taten höllisch weh und ich wollte irgendwie nur noch nach "Hause". Soviel zu einer guten und komfortablen Unterkunft.
Heute am Samstag habe ich versucht auszuschlafen, da Andrea einen kleinen Segelausflug hatte, konnte ich nämlich ihr Zimmer "beziehen". Aber daraus wurde irgendwie nichts, da ich mit dem Plan, mal für ein Jahr auszusteigen, Urlaub, langes Ausschlafen und in den Tag hineinleben, nicht die Rechnung mit einer der Mitbewohnerinnen
gemacht habe, die eine konsequente Frühaufsteherin ist und dazu ein kleiner hektischer Wirbelwind-gerade in der Küche, die direkt nebenan ist. Nun gut, irgendwann war der Tag einfach zu schön, um ihn im Bett zu vergeuden. Also raus auf die Dachterasse und frühstücken: die langersehnte Verschmelzung eines Blueberry-Bagels und mir wurde hoch feierlich mit Frischkäse und einer Schale Müsli mit leckeren Früchten der Saison vollzogen ;-) schnell die Badesachen gepackt und ab zum Bus Richtung Manly, Beach. 